BRICK FANTASY

Fantasy-Geschichten in Lego

Die geheimnisvolle Insel Teil 7

4
Butchermen

Es klopfte an der Tür. Major Stapelton war so vertieft in seine Karten, dass er unwillkürlich zusammenzuckte.
„Herein!“
„Die Tür öffnete sich und sein Adjutant betrat den Raum.
„Entschuldigen Sie die Störung, Sir. Captain Roallins ist eingetroffen und wünscht sie zu sehen.“
„Roallins?“ Der Major war nicht begeistert, diesen Namen zu hören. Er mochte den Captain nicht. Roallins war blutrünstig und gnadenlos, seine Methoden nicht immer legal.
Das Einzige, das Captain Roallins vor einer ordentlichen Gerichtsverhandlung in der Heimat schützte, waren seine überaus großen Erfolge im Kampf gegen Piraten und andere Verbrecher. Stapelton räumte die Karten beiseite. Der Captain brauchte nicht zu wissen, was er plante.
„Ich lasse bitten“, sagte er zu seinem Adjutanten, als er mit Abräumen fertig war.
Der Angesprochene ging zurück zur Tür und öffnete sie.
„Captain Roallins, der Major wird Sie jetzt empfangen.“
Der Captain betrat den Raum, salutierte kurz und setzte sich auf den Sessel, den ihm der Major zuwies.
„Was führt euch her, Captain“, fragte der Major. „Euer Ruf hallt euch voraus. Was ich derzeit nicht gebrauchen kann, ist Aufruhr in Porto Verde.“
Die Ansage des Majors war klar und deutlich.
„Ich werde nicht lange bleiben, Major Stapelton. An der Ostseite der Küste soll es ein Piratenlager geben. Das werde ich ausmerzen. Der Rest meiner Männer kommt Morgen, im Laufe des Tages, hier an.“
Der Major überlegte kurz. Das bedeutete, spätestens in drei Tagen wäre der Captain wieder weg. Das passte ihm sehr gut.
„Gehe ich recht in der Annahme, ihr braucht Quartier für eure Männer, Captain?“
„Darum bin ich hier, Major.“
„Mein Adjutant wird euch eure Quartiere zeigen. Wollen Sie heute Abend mit mir speisen Captain? Zurzeit beherbergen wir Mister Weston.“
„Weston?“, unterbrach er Captain Stapelton. „Dieser dicke Kaufmann aus Port Royal?“
„Sie kennen ihn?“
„Nicht wirklich aber ich habe das Gerücht gehört, er könnte mit Piraten Geschäfte machen.“
Der Major schaute den Captain ernst an.
„Heute Abend möchte ich davon nichts hören. Sie werden beide meine Gäste sein.“
Captain Roallins zog mürrisch die Augenbrauen zusammen. Er hatte Weston noch nicht gesehen, aber ein Mann von solchem Vermögen, der mit nichts nach Port Royal gekommen war, konnte es nur auf unehrliche Weise erworben haben.

***

„Wir müssen aus diesem Keller raus! Der Captain erwartet uns bestimmt längst zurück.“
John rannte gehetzt auf und ab, während Kat sich an einem der Fässer zu schaffen machte. Sie hatte ihren Dolch aus dem Gürtel gezogen und versuchte den Deckel anzuheben, aber ihre Kraft reichte nicht.
„Na Junge, gibt es auf deinem Schiff nicht genug nahrhafte Mahlzeiten?“
Morris fasste sie scherzhaft am Arm und fühlte ihre Muskeln. Kat entzog ihm hastig ihren Arm. Morris betrachtete sie aufmerksam.
„Captain Bolger versorgt seine Mannschaft hervorragend.“
Kat biss sich auf die Lippen. Ich rede nicht gerade wie ein Schiffsjunge, dachte sie ängstlich, der Mann macht mich nervös.
Morris erwiderte nichts. Er zog sein eigenes Messer und hebelte den Deckel des Fasses auf.
„Unglaublich“, flüsterte Kat, „Silberdublonen, ein ganzes Fass voll.“
Morris kniff die Lippen zusammen. Stapelton hintergeht die Krone, dachte er und sah sich um. Er zählte etwa dreißig Fässer, die aufrecht standen. Der Alte hatte recht behalten, Wut stieg in Morris auf, ein Lager für Notfälle. Halpin streckte sich, blickte über den Fassrand.
„Na, damit kann man`ne Menge Not lindern.“
Der Alte grinste breit, nahm eine Handvoll Dublonen heraus und ließ sie in seiner Jackentasche verschwinden. Kat zögerte, aber als sie Morris prüfenden Blick bemerkte, steckte sie sich ebenfalls ein paar Dublonen in die Tasche. Morris schob den Deckel zurück auf das Fass.
„Es wird Zeit den Keller zu verlassen“, sagte er ernst.
Er wusste noch nicht, was er in dieser Angelegenheit unternehmen würde, aber sein arroganter Schwager würde sich nicht einfach so aus der Affäre ziehen können, dafür würde er sorgen.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

11. Juli 2020 Posted by | Die Insel | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Die geheimnisvolle Insel Teil 6

3
Freund oder Feind

Das fahle Licht der Talgkerze erleuchtete den Raum nur minimal. Kat hatte sich auf den Boden gehockt und schaute nach unten.
„Ich traue niemanden, der so selbstlos hilft“, sagte John.
Er war von Natur aus sehr vorsichtig, was Fremde anging.
„Würde ich auch nicht“, antwortete Morris.
„Also, was steckt dahinter?“
„Ich bin auch kein Freund der englischen Krone und deren Handlanger. Da hilft man gerne, wenn es möglich ist.“
John schaute Morris mit misstrauischem Blick an.
„Das stellt mich nicht zufrieden. Verräter versuchen gerne, sich so Vertrauen zu erschleichen!“
Im gleichen Moment spürte der Leftenant eine Klinge an seiner Kehle. Der alte Mann hatte es unter seiner Jacke hervorgezogen und sein Blick verriet Morris, dass der Alte es ernst meinte.
„Es ist still draußen“, warf Kat ein. „ Die Soldaten scheinen weg zu sein.“
Sie hoffte damit, die Situation etwas zu entschärfen.
„Lass gut sein, Alter“, sagte John zu Halpin. „Wir gehen!“
Dann schaute er zum Leftenant.
„Da ich das Gefühl habe, wir sehen uns wieder, lasse ich dir für heute dein Leben.“
John öffnete die Luke. Als Kat hinausgehen wollte, schaute sie direkt in Morris Gesicht.
Sie sah, wie Morris die Stirn runzelte. Er sagte aber nichts. Schnell schaute sie weg und ging hinaus.
„Der Bursche sieht ziemlich jung aus“, sagte der Leftenant zu John. „Ist das der Sohn vom Kapitän?“
„Den habe ich vor Kurzem aufgegabelt. Macht seinen Job als Decksjunge recht gut.“
Der Leftenant hatte ein komisches Gefühl. Irgendetwas stimmte da nicht.
Kaum hatte John den Kopf aus der Luke gesteckt, als er die Rufe der Soldaten hörte.
„Hier sind sie nicht, eine Sackgasse!“
„Los zurück, seht genau nach! In jedem verdammten Kellerloch.“
John hastete die Treppe wieder hinunter, stieß Kat um, die hinter ihm stand. Sie stürzte. Morris konnte sie gerade noch auffangen. Ihre Körper berührten sich für einen Moment, bevor er sie sicher abstellte. Der Bengel ist leicht wie eine Feder, dachte er, und hat Hüften und einen Busen. Also doch. Hat mich mein Instinkt nicht getrogen. John verschloss die Luke.
„Mist!“, fluchte John, „wie müssen endlich hier raus!“
Morris grinste.
„Vielleicht vertraut ihr mir noch ein Weilchen länger“, er machte einen einladende Handbewegung, „ich kann euch hier herausbringen.“
John und Halpin sahen sich an. Der Alte zückte sein Messer.
„Wenn du uns in die Irre führst bist du ein toter Mann!“
„Verstehe schon“, sagte Morris und zuckte mit den Schultern.
„Hier entlang.“
Morris nahm die Kerze und öffnete eine niedrige Tür zu einem Durchgang. Die drei Flüchtigen folgten ihm. Die ersten dreihundert Meter mussten sie gebückt gehen. Die Wände waren aus roh behauenem Stein. Eine modrige Feuchtigkeit schwängerte die Luft. Unerwartet verbreiterte und erhöhte sich der Gang. Er war mit Mauerwerk verstärkt.
„Wo sind wir?“, fragte John misstrauisch.
„Wenn wir weitergehen befinden wir uns unter der Garnison“, sagte Morris seelenruhig.
Schon spürte er das Messer von Halpin in der Seite.
„Was soll das werden“, knurrte John.
„Denk nach!“, erwiderte Morris scharf, „sie wissen, dass du der gesuchte bist. Rate wo die meisten Soldaten heute Nacht sind? In der Stadt. Hier wird uns niemand vermuten. Lass mich nur machen, ich bringe euch heil heraus.“
Die Männer maßen sich mit verkniffenem Blick. Dann nickte John und sie gingen weiter. Nach einer weiteren Strecke versperrte ein Eisengitter den Weg. John öffnet das Schloss mit einem kleinen Haken. Dahinter erweiterte sich, nach einem weiteren Gang, ein gigantischer Kellerraum mit einem gotischen Deckengewölbe. Der Raum war mit unzähligen Fässern gefüllt. „Da hat sich der Befehlshaber aber ein schönes Weinlager angelegt“, murmelte Halpin.
„Das glaube ich weniger“, antwortete John. Das sieht mir nicht wirklich wie ein Weinlager aus. Eher wie ein Lager für persönliche Notfälle.“
„Wie kommst du da drauf?“, fragte Morris.
„Wie an Bord, sollte es sortiert sein, damit man alles schneller findet. Hier steht viel durcheinander“, stellte Halpin fest.
„Glaubst du, den Wein stört es, wenn er kreuz und quer steht“, konterte Morris.
„Das sind nicht nur Weinfässer. Da hinten steht eine Menge aufrecht. Wein wird nicht stehend gelagert. Da ist etwas anderes drin.“

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

9. Juli 2020 Posted by | Die Insel | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Isla de la Muerta

Nachdem ich die Barracuda – Bucht auseinander genommen und das Schiff fertig hatte, blieb noch die restliche insel übrig. Ich habe sie noch etwas umgestaltet.

Verpflegung

kleine Bucht

Bilder: T.R. aka Wortman

19. Juni 2020 Posted by | Die Piraten | , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Das Handelsschiff

Endlich habe ich es geschafft, die Barracuda – Bucht auseinander zu nehmen, die Umbauten vorzunehmen und das Schiff fertig zu machen.

Decksjunge

Der Kapitän

Steuermann

Bilder: T.R. aka Wortman

19. Juni 2020 Posted by | Die Piraten | , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Piraten der Barracuda-Bucht

Nach sieben Stunden Arbeit war es geschafft. Das Set „Piraten der Barracuda-Bucht“ mit seinen 2545 Teilen war endlich fertig. Eine Bautüte blieb übrig. Warum? Dazu gleich mehr.
Das Set ist der Hammer, auch wenn ich drei Sachen bemängeln muss, die mir nicht so wirklich gefallen.

01. Ein Piratenschiff hat Kanonen. So hatte ich mich gefreut, als ich sah, dass auf jeder Seite vier Kanonenklappen zu erkennen waren. Leider eine Fehleinschätzung. Hinter den Klappen verstecken sich Fenster, da der Innenraum ausgebaut ist. Unter Anderem mit einem Schlafraum.

Der Innenraum

02. Der Grund für die übrig gebliebene Tüte ist schnell erklärt. Ich war der Meinung, man zieht die drei Rumpfteile einfach ab und steckt sie als Schiff zusammen. Weit gefehlt. Da müssen an jedem der der Schiffsteile Umbauten gemacht werden. Die fehlenden Teile sind in der letzten Bautüte. Die fehlenden Segel sind dabei, damit dann das Schiff letztendlich auch vernüftig segeln kann. Da sind noch einige Seiten übrig in der Bauanleitung für diese Umbaumaßnahmen.

03. Das ist eher ein persönliches Mißfallen. Seit Lego das Piratenthema vor 20 oder mehr Jahren auf den Markt gebracht hatte, ist der Kapitän gehandicapt. Holzbein, Hakenhand und einäugig. Genau so auch wieder in diesem Set. Deswegen habe ich den Katitän auch gleich umgebaut. Die Augenklappe habe ich ihn erstmal gelassen.

Das Set ist so detailreich, da hätte ich ja zig Bilder machen können. Hier also nur ein kleiner Überblick.

Ein Inselstück ohne Schiffsteil

Schiffsjunge mit Eimer und Schrubber

Umgebauter Kapitän, Seemann mit Tattoo

Piratinnen

Palmen mit Kokosnüssen

Kapitänskajüte

Betten

Laterne

Alles in Allem aber ein wirklich tolles und cooles Set. Bin froh,.dass ich es mir gegönnt habe!

Bilder: T.R. aka Wortman

16. Juni 2020 Posted by | Die Piraten | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare